Scheinträchtig

Kleine Wehwehchen, Medikamente, Therapien ...
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Fröschlein
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Beitrag von Fröschlein » 22.11.2013, 08:54

Danke für die vielen Erfahrungsberichte. Das hilft mir auf jeden Fall weiter!

Meine Tierärztin ist eigentlich auch für kastrieren. Sie sagt aber auch, dass sie niemandem dazu "rät". Es ist einfach ihre persönliche Meinung und ihre eigenen Hündinnen sind alle kastriert.

Ich finde es interessant, dass keine von euch etwas von einer Veränderung beim Fell berichtet. Ich habe mir schonmal sagen lassen, das beim Manchester-Terrier "das Fell ganz schlecht wird." Punkt. Das könnt ihr nicht bestätigen?
Tiffy hat in dieser Hinsicht durch die Allergie ja hin und wieder eh ihre Schwierigkeiten.

<abbr title="Liebe Grüße">LG</abbr>,
Christina
"Dem Menschen, wenn er gut erzogen, wird selbst ein weiser Hund gewogen." (Nach Goethe, Faust I)

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Sula
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Beitrag von Sula » 22.11.2013, 10:46

Hallo Christina!

Ich hab auch zwei Hündinnen, die unkastriert sind.
Mir hat meine TÄ geraten, Ruby zu kastrieren, da sie einige körperliche Probleme während und nach der Hitze hat. Bis jetzt hab ich mich noch nicht dazu entschließen können, zumal Ruby auch nur einmal im Jahr läufig wird.

So eine Entscheidung will gut überlegt sein und ich finde es klasse, dass Du es Dir nicht leicht machst.
Man sollte auch alle Seiten beleuchten und ich hab für Dich nochmal einen Link kopiert, den Matthias unter dem Thema "Kastration" eingestellt hat.

http://hasenhirsch.bplaced.com/bouv/ima ... ration.pdf

Die psychische Konstitution sollte auch nicht außer acht gelassen werden!
Viele Grüße Steffi mit Rübe Ruby, Drachenkind Wanda und Sula für immer im Herzen.


Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Antoine De Saint-Exupéry

steffi
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Beitrag von steffi » 22.11.2013, 17:45

Der Artikel ist interessant. Es passt doch aber keiner der angeführten Gründe auf Tiffy bzw. Christina.
Duncans Fell ist nach der Kastra am Hals bis runter zur Brust furchtbar gewesen. Völlig kahl und zwar ganzjährig. Das hielt ungefähr 1,5 bis 2 Jahre und dann eines Frühjahrs hat er wieder dichtes Fell bekommen, kein kahler Hals mehr. Nö, keine Futterumstellung oder sonstiges. Vielmehr vermute ich, dass es so lange gedauert hat, dass sich sein Hormonpegel einpendelte.
Abgesehen davon habe ich vor der Kastra darüber gar nicht nachgedacht, da Duncans Fell oder Nicht-Fell für mich keine Rolle spielt. Hauptsache, er ist gut drauf und gesund.
Steffi

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Beitrag von Dogdance » 22.11.2013, 18:59

Kurz zum Thema Kastration.

Da Mila sehr große Probleme in der Schein - Mutterschaft hatte, haben wir uns vor 2 Monaten entschlossen Mila kastrieren zu lassen. Der Tierarzt hatte nur die Eierstöcke entnommen. Nach zwei Tagen war die Kleine wieder fit.

Fazit:
Wir haben uns entschlossen Mila nicht belegen zu lassen, da es sehr viele gute Manchester-Terrier - Züchter gibt.

Ich mache Hundesport, wo die Läufigkeit und Scheinträchtigkeit immer ein großes Problem ist.

Mila hat die Kastration sehr gut angenommen. Ihr Verhalten, Gehorsam, Ihr Fell und die Zweisamkeit mit Ihrer Rudelchefin hat sich nicht verändert.

Beim nächsten Mal würde ich nicht so lange warten!
Matthias mit Paula und Gräfin Mila of the Black Hurrican´s
www.manchester-terrier-baden.de

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long nose pepper
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Beitrag von long nose pepper » 23.11.2013, 08:39

Sylvie hat geschrieben: Zum Schluss war der Hormoncocktail so intensiv, dass sie in einer Dauerläufigkeit verfiel. Das war für sie und uns die absolute Hölle. Es blieb uns nichts anderes übrig, als sie kastrieren zu lassen...
Hallo Silvie,

an dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass eine Dauerhitze zu 95% durch Zysten ausgelöst wird, welche auf den Eierstöcken sitzen. Diese Zysten haben enormen Einfluss auf den Hormonspiegel. In diesem Fall muss kastriert werden, dass ist in meinen Augen aber eine medizinische Notwendigkeit. Hat Dein Tierarzt mit Dir über das entnommene Geschlechtsorgan gesprochen? Ich würde immer wissen wollen was er gefunden hat.

Wir haben hier drei Hündinnen, welche immer in die Scheinträchtigkeit kommen. Bei der einen ist es stärker ausgeprägt, bei der anderen schwächer. Ich würde deswegen nicht kastrieren.

Eine Scheinträchtigkeit ist von der Natur eingerichtet worden, damit im Rudel andere Hündinnen die Welpenaufzucht übernehmen können, sollte dem Muttertier etwas passieren oder sie zur Jagd sein. Daher werden im Rudel gehaltene Hündinnen in der Regel auch fast gleichzeitig heiß und sie haben auch Milcheinschuss. Viele von uns <abbr title="Ernährung mittels 'Bones And Raw Food'">barfen</abbr>, weil der Wolf sich so ernährt hat, aber ist der Hund scheinträchtig, so muss das operativ gerichtet werden. Wenn doch so viele so wild darauf sind zurück zur Natur des Wolfes zu gehen, warum werden dann die natürlichsten Dinge gestoppt oder verändert? Häufig doch nur weil es uns zu unbequem ist. Leidet der Hund wirklich darunter? Ich sage: Nein! Wir leiden darunter dass unser Hund sich so sehr verändert in dieser Zeit. Wir interpretieren die verschiedenen Dinge in unsere Hunde rein. Rocket ist einfach ekelig in der Scheinträchtigkeit. Sie zickt rum, hat eine niedrigere Reizschwelle, viel weniger Frustrationstoleranz und ist auch etwas aggressiver. Gleichzeitig: baut sie Nester, schleppt Spielzeug ins Nest und hütet es, sie ist unglaublich verschmust und mag am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen. Sie setzt immer Milch an und hat ständig Hunger. Unsere Maßnahmen sind: Weniger Futter, mehr Arbeit, keine Möglichkeit zum Brüten und anderes. Das dauert 4-6 Wochen und ist dann wieder rum. Ich könnte sie in dieser Zeit abgeben, weil es mich nervt, aber sie wird nun bald 8 und wir stehen das immer wieder durch. Es ist zwei Mal im Jahr für insgesamt ca. 12 Wochen, die restliche Zeit ist sie unsere lustige Rakete voller Energie und Lebensfreude.

Das Wort zum Schluss: Pepper ist nun Kastriert, ihr Fell hat sich verändert, es ist nicht mehr so dick wie es mal war und sie ist inkontinent.

Ich bin kein Kastrationsgegner und kein absoluter Befürworter, ich finde man muss aufklären und die Entscheidung individuell treffen, jeder Hund ist anders.
Liebe Grüße
Sandra & Co.

Deinem Hund ist es egal wie Du aussiehst, er nimmt Dich so, wie Du bist!

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Beitrag von Sylvie » 24.11.2013, 18:25

Ja, der Tierarzt hat damals mit mir gesprochen. Zysten wurden aber zum Glück nicht gefunden. Den genauen Inhalt des Gesprächs kann ich aber leider nicht mehr wieder geben. Ich war zu dem Zeitpunkt hochschwanger und hatten nicht mal 5 Monate vorher in dem gleichen Raum meine Elli gehen lassen müssen. Ich hab während der ganzen OP geheult, weil ich Angst hatte, dass ich sie genau wie Elli nicht mehr mit nach Hause nehmen würde.

Ich bin auch weder ein Gegner noch ein Befürworter von Kastrationen. Man sollte immer den Einzelfall betrachten.

Zum Thema "back to nature": Ich sehe das ein wenig anders. Dass im Wolfsrudel alle Damen scheinträchtig werden, hat ja, wie du schon schriebst, den Sinn, dass die Rangniederen Wölfinnen sich um die Welpen der Leitwölfin kümmern, wenn diese nicht da ist. Wölfe leben nicht einzeln, viele Hunde heute aber schon. Bei den Wölfen kommen die Damen also zum Einsatz, die heimischen Hündinnen jedoch nicht. Daher denke ich schon, dass sie darunter leiden. Wer von den Damen hier selber mal schwanger war und diesen Hormoncocktail gespürt hat, weiß, wovon ich rede.
Liebe Grüße von Sylvia, Prinzessin Rennsemmel Dira (geb. 20.08.2007) und Westie-Dame Elli im Herzen (26.05.1997 - 30.08.2010)

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Beitrag von Fröschlein » 24.11.2013, 18:42

Danke für die tollen Antworten und den Link zum Artikel, der meine grundsätzlichen Ansichten und mein Wissen über das Thema "Kastration" sehr gut wiederspiegelt.
Besonders interessant fand ich allerdings, dass in dem Artikel steht, dass es möglich ist, dass sich andere Triebe (wie der Jagdtrieb) verstärken können. Tiffy steht inzwischen extrem hoch im Jagdtrieb, was sich erst in den letzten anderthalb Jahren so richtig gezeigt hat. Wir haben hier wenig Wald, daher geht es im Alltag trotzdem super mit ihr und sie läuft sehr viel frei. Wenn sie aber am Pferd mitläuft, habe ich heute schon manche Grenzerfahrung mit ihr. Wenn sich das verstärken sollte, könnte sie nicht mehr mit und sie liebt ihre Pferdi-Freunde doch sooo seehr. :wink:
Es ist wirklich eine schwierige Entscheidung und mein nächster Schritt wird es sein, dass ich den nächsten Zyklus meiner Hündin mit einem homöopathischen Mittel o.ä. begleiten werde. Vielleicht stellt sich damit auch eine Besserung für uns beide ein, sofern ich das für meinen Hund beurteilen kann.
Mehr fällt mir dazu gerade nicht ein, denn es wurde eigentlich schon alles gesagt.

Liebe Grüße,
Christina und Tiffy, die heute schon wieder hochmotiviert durch Feld und Wiese gehoppst ist :D :D :D
"Dem Menschen, wenn er gut erzogen, wird selbst ein weiser Hund gewogen." (Nach Goethe, Faust I)