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Matthias
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Beitrag von Matthias » 06.05.2007, 15:33

Hallo Slimgirly,

ich denke auch, das Tarka kein von Grund auf ängstlicher Hund ist. Ihr hat sehr geholfen, das wir mit ihr gleich auf den Hundeplatz gegangen sind, das ist wie schon oft gesagt , ihre Welt. Bei uns hat sie geregelte Abläufe, das ihr glaub ich auch sehr geholfen. Nur das Problem mit unserem Sohn(23 Jahre) werden wir wohl auch mit Odessa nicht ganz in den Griff bekommen. Unser Besuch, der das jetzt mit erlebt hat, war auch ganz frappiert, über den Haß den Tarka auf ihn hat und wie sie ihn mit Verbissenheit anbellt. Ich kann hier hoch und heilig versichern, daß Kai ihr nie etwas getan hat. Sie muß da was von früher auf ihn übertragen haben, und das geht nicht aus ihrem Köpfchen raus.

Viele Grüße

Uta + Matthias +Tarka + Odessa

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Beitrag von steffi » 06.05.2007, 20:53

Ich habe mir auch schon den Kopf zermartert, ob der Beckenbruch der Auslöser sein könnte. Ich weiß es einfach nicht. Alle unsere Hunde sind eher so ein Nike-Modell und Max sowieso.

Kürzlich hatte ich im Büro wieder ein Highlight mit Duncan. Er lag im Körbchen und schlief. Durch das offene Fenster kam eine Hummel und hummelte so vor sich. Duncan erwachte, war völlig überrascht und fürchtete sich. Also fuchtelte ich mit so allerlei Material die Hummel wieder zum Fenster raus. Jetzt darf ich das Fenster nicht mehr öffnen. :grrrr: Naja, den Kollegen verrate ich nicht, warum ich bei schönstem Sonnenschein lieber die Fenster geschlossen halte und behaupte, dass ich schnell friere :rofl: :grrrr: .

Komisch ist auch, dass Duncan meinem Mann eigentlich nichts übel nimmt, der sogar relativ ruppig mit ihm umgeht, ich das aber nicht darf. Das ist auch so ein Punkt, an dem ich denke, dass ich fleißig manipuliert werde :twisted: . Es ist manchmal so kompliziert. Dabei habe ich das ernsthafte Bestreben alles richtig zu machen.

Naja, aber wir haben doch schon ordentlich Fortschritte gemacht, oder Carsta? Duncan ist doch schon ganz anders als noch im November?!

Martha, das ist eine gruselige Perspektive, aber lachen mußte ich trotzdem. :rofl:

Steffi

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Beitrag von steffi » 07.05.2007, 18:51

Nur damit wirklich niemand auf falsche Ideen kommt: Duncans Züchter sind sehr liebevoll mit ihren Zwergen umgegangen und die Welpen hatten ein schönes Zuhause! Wenn ich wieder einen Manchester-Terrier möchte, dann würde ich auf jeden Fall dort erneut anfragen.
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Beitrag von Franziska » 07.05.2007, 18:56

Ich glaube nicht, dass das jemand gedacht hat :)
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Beitrag von steffi » 07.05.2007, 19:10

Denn ist ja gut :top: , manchmal - im Eifer des Gefechts - kann ich mich auch verhaspeln und dann wird es ganz anders interpretiert als es von mir gedacht war.
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Beitrag von Arthur » 14.05.2007, 20:06

... spät, aber doch noch ...

Steffi, ich glaube, ich muss mich mal ein bisschen entschuldigen dafür, dass ich mich hier gar nicht beteiligt habe; zumal du ja weißt, dass ich mit Merlin einige ähnlich geartete Probleme kenne. - Erst hatte ich den Anfang des Rummels gar nicht mitgekriegt, dann war ich eine Weile so beschäftigt, dass ich gerade mal eben zum Lesen des täglich anfallenden Wustes gekommen bin, und als ich dann anfing, was schreiben zu wollen ... artete das in mein ganz persönliches Hundehalter-de-profundis aus, und was mir da alles in den Sinn kam, ließ sich nicht auf Beitragsformat stutzen. Das inzwischen mehrbändige Werk *gg* will ich keinem antun, aber der Sinn vons Janze war schließlich auch, mir selbst noch einmal auszuformulieren, was mir an Arbeit noch bevorsteht ... Arbeit an mir selbst! Und damit meine ich gar nicht, dass ich hundeerziehungtechnisch so viel "falsch" mache. Es geht mehr um Eigenschaften und Verhaltensweisen meinerseits, die vordergründig gar nichts mit dem Hund zu tun haben bzw. nicht auf ihn gerichtet sind, von denen ich aber annehme, dass sie ein harmonisches Miteinander beeinträchtigen.

Ein Beispiel:
Ich bin schnell genervt. Natürlich hat mir Klein-Merlin sehr bald gezeigt, dass man bei ihm mit genervtem Ton und ruppigen Ansagen nicht besonders weit kommt (anders als die anderen Hunde, die ich bis dato kannte). Das habe ich damals auch beherzigt. Aber grundlegend geändert habe ich mich nicht. Ich habe mich Merlin gegenüber zurückgehalten, Geduld und Nachsicht geübt, mir einen allzeit netten und sehr leisen Umgangston angewöhnt – mit dem Erfolg, dass Merlin immer seltener seinen "O Gott, was kommt denn jetzt???"-Blick aufgesetzt hat. Darauf habe ich mich dann ausgeruht. Aber ich schätze, das reicht nicht.
Auch wenn sich mein genervt-/aggressiv-sein nicht im geringsten auf ihn bezieht, so bekommt er es doch mit - wie im Fall des rabiaten Papis, den ich angeschnauzt habe, weil er mit seinem Kinderwagen Merlin beinahe absichtlich (!) gerammt hätte. Da habe ich also für Merlin Partei ergriffen ... und was macht er? Guckt mich furchtsam an und trippelte die letzten paar Meter bis zum Haus mit krummem Rücken ...

Also: Ich neige dazu, unter Strom zu stehen + Merlin neigt dazu, unter Strom zu stehen  wir bestätigen uns gegenseitig darin, dass die Welt ein Ort ist, an dem hinter jeder Ecke fetter Ärger lauern kann, sei es in Form von großen fremden Rüden (Merlin), Straßensperrungen (icke), wildgewordenen Flatterplanen (Merlin), sich auf dem Radweg ausbreitenden Touristengruppen (icke) mit Rollkoffern (Merlin), undsoweiter, undsofort.

Während ich mich unter Kontrolle habe, den Regeln unserer Zivilisation entspreche und meinen Artgenossen nur in Gedanken (oder dann und wann verbal) die Fresse poliere, lässt Merlin seinem jeweiligen Ärger freien Lauf (was wiederum mich höllisch nervt); aber im Grunde sind wir uns da ziemlich ähnlich. Leider. (Die Modulationen in Merlins Bellen verraten, dass er einen ähnlich großen aktiven Wortschatz an Beschimpfungen hat, wie ich ...)

Und nun?

Wer macht den Anfang, um diesen Wettbewerb "Wer findet die meisten Ärgernisse in anderthalb Stunden?" zu beenden? Ich, natürlich. Aber ich habe jetzt nicht mehr vor, aktiv Merlin zu ändern, sondern mich selbst.

Und jetzt kann ich es mir doch nicht verkneifen, den Anfang meines Traktats noch hier reinzukopieren *eitelselbstzitier* *gg*:
  • Also, eigentlich ... sollte man die Hundeerziehung als eine wunderbare Chance begreifen, selbst ein besserer Mensch zu werden. Von Mitmenschen kritisiert zu werden, regt ja allzu oft den Widerspruchsgeist an, und man hält, ob bewusst oder unbewusst, an (letztlich auch und vor allem für einen selbst!) unguten Verhaltensweisen und Haltungen fest. Man verändert, selbst wenn man im Stillen die Kritik als berechtigt erkennt, lieber nichts, weil das, wie man meint, einen Gesichtsverlust bedeuten könnte; man hat sich ja schon als Kind nur ungern erziehen lassen und will im Erwachsenenalter erst recht nicht erzogen werden! Pah!

    Nun hat man also einen Hund, von dem es heißt, er nehme einen an, wie man ist. So ganz stimmt das nicht ... (hund ist ja auch kein Fußabtreter!) Immerhin: Im Umgang mit dem Hund haben wir keine Peinlichkeiten zu befürchten. Auch wenn wir uns verändern, wird er sich nicht selbstgefällig die Pfoten reiben. Er wird auch nicht, wenn wir uns mit der Veränderung (na sowas!) wohlfühlen, sagen: "Siehste! Hab ich dir doch gleich gesagt!" Wir können also ganz im Stillen an uns arbeiten, brauchen uns vor niemandem zu rechtfertigen und haben nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen: eine bessere Beziehung zu unserem Hund und eine bessere Beziehung zu uns selbst. (Dies zu begreifen hat mich, zugegeben, einige Zeit gekostet.)
In diesem Sinne,
Arthur

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Beitrag von steffi » 14.05.2007, 22:59

Klar, natürlich muss ein Hundehalter auch bereit sein an sich selbst zu arbeiten und nicht eine Schablone anzuwenden. Beispielsweise bemerke ich oft, dass ich im Moment eines "Kommandos" so beweglich wie eine Standuhr bin. Das kann natürlich nicht klappen.

Aber, diese ständige Selbstbeobachtung ist schwierig, da zumindest ich auch von Alltagsproblemen gequält werde, schließlich müssen nicht nur Hundefutter, Impfungen, Hundesteuer, Hundehaftpflicht, Ausstattung, Schmuck, Leckerlis, allgemeine Erkrankungen und extra Untersuchungen bezahlt werden.

Also kann ich nicht jederzeit 5x täglich meinem Hund den Hintern pudern und mit Stofftieren und Quietschies wedeln, sondern es muss auch mal mit Gassi gehen klappen. Wobei ich mit Sicherheit immer noch ausgiebiger und intensiver "Gassi" gehe als 70% aller Hundehalter.
Es gibt zumindest in meinem Leben Situationen, in denen meine Hunde mal so mitlaufen müssen. Und darauf trainiere ich meine Hunde. Sie sollen auch sehr gut klar kommen, wenn mir etwas passiert.

Das ist extrem wichtig für mich. Ich hänge an meinen Hunden und wünsche mir, dass sie auch mich als wichtigste Bezugsperson anerkennen. Ich bin Rudel! Aber ich will auf gar keinen Fall, dass meine Hunde in einer Pflegestelle sind und mich so vermissen, dass sie nicht fressen, jammern, Kontakt verweigern und letztlich krank werden. Das ist grausam.

Daher übe ich auch mit Duncan, dass er sich auf neue Situationen und Menschen einstellen kann. Ich wünsche mir, dass er Menschen grundsätzlich als positiv empfindet, auch wenn sie ihn irritieren. Es wäre unglaublich und entsetzlich, wenn er sich in einem anderen Haushalt nicht zurecht fände, weil ich seine Nerven/Synapsen/Schaltungen oder sonstwas nicht ausreichend trainiert habe. Es liegt in meiner Verantwortung, dass er "erwachsen" wird. Das muss nicht bedeuten, dass ich seine Sensibilität vernichte oder seine Bindung zu mir.

Abgesehen davon glaube ich, dass uns unsere Seelchen besser terrorisieren als der sogenannte "stumpfe" Hund. Ich arbeite verdammt hart an mir, aber mein Hund soll auch an sich arbeiten. Also muss ich versuchen ihm Möglichkeiten zu schaffen, dass er andere Lösungswege findet. Das ist ebenfalls Arbeit, da ich nicht so viel theoretische Kenntnisse über Hunde/Verhalten habe, wie andere hier im Forum, sondern immer nur meine Hunde, die sehr unterschiedlich sind, erlebe und meine Fortschritte sich nur auf diese Individuen beziehen.

Naja, und leider erleben wir alle zusammen auch mal "Versuch und Irrtum" und auch daraus lernt mein schwarzer Unhold: Dass ich ihn bei aller Unbeholfenheit meinerseits immer beschütze.

Steffi

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Beitrag von Franziska » 14.05.2007, 23:23

Du Steffi, ich glaub Du unterschätzt Terrier da in einem Punkt ganz gewaltig. die finden sich sehr schnell in neue Umstände ein.
Und Du überschätzt sie an anderer Stelle ganz gewaltig - leider (nach meiner persönlichen Meinung) gerade an den jeweils entgegengesetzten Stellen :mrgreen:

<abbr title="Liebe Grüße">LG</abbr>
Franziska